3.09. 2013

Indische Automobilhersteller wollen lokalisieren, um Umsatz zu steigern

Da der indische Rupie in den letzten 8 Monaten mehr als 20% an Wert verloren hat, setzen indische Automobilhersteller nun auf aggressive Lokalisierung, um Vorteile aus der Entwertung der indischen Währung zu ziehen. Deswegen wollen sie den Verkauf und Umsatz in neuen Gebieten erhöhen. Dazu gehören Hyundai India, Toyota, Volkswagen, Maruti Suzuki und Ford.

Die Tochtergesellschaft von Volkswagen in Indien hat einen neuen Exportmarkt in Mexico eröffnet. Das Unternehmen plant damit etwa 25.000 bis 30.000 Vento Fahrzeuge, die beliebteste Limousine, innerhalb der nächsten 12-18 Monate zu verschiffen.

Für das indische Unternehmen des deutschen Herstellers wird dies ein enormer Aufschwung sein, da die geplanten mexikanischen Exporte voraussichtlich fast 20-25% ihrer Gesamtproduktion übernehmen werden. Darüber hinaus zieht das Unternehmen in Erwägung nach Malaysia und Indonesien in der näheren Zukunft zu expandieren.

Toyota hat kürzlich 400 Einheiten der kompakten Limousine Etios nach Indonesien verschifft und sucht nach anderen ausländischen Märkten, wo Exporte gesteigert werden können. Auch Hyundai plant Exporte von Eon und i20 in andere Märkte. Maruti Suzuki versucht ebenfalls den Umsatz zu steigern, indem ausländische Märkte gesucht werden, um die Vorteile des an Wert verlierenden Rupies auszuschöpfen und die Marktanteile in anderen Gebieten zu steigern.

Mahesh Kodumudi, Präsident und Geschäftsführer von Volkswagen in Indien lehnte es ab, bestimmte Exportmärkte bekanntzugeben. Allerdings erklärte er, dass “die primäre Absicht der Errichtung einer Fabrik in Pune darin bestand, den heimischen indischen Markt abzudecken. Doch auf Grund der Schwächung des Wirtschaftswachstums hat die inländische Nachfrage nach Automobilen im Rekordtempo nachgelassen. Außerdem sind wir durch die Schwächung des Rupies dazu gezwungen, unsere Strategie zu überdenken. Wir werden auf Grund dessen immer mehr Exportmärkte erkunden. Derzeit exportieren wir CBUs und Einzelteile sowie andere Komponenten in über 30 Länder und ähnliche Exporte in viele andere Länder werden folgen.“

Volkswagen versucht, die Importe zu verringern, indem sie Motoren hauptsächlich in ihrem indischen Werk in Chakan herstellen lassen.

Das Unternehmen strebt an, seine Lokalisierung in Indien von 70% auf 85-90% in den nächsten Jahren zu erhöhen. “Wir sind sehr bemüht die lokale Herstellung von Einzelteilen und anderen Komponenten zu vertiefen”, sagte Kodumudi. Der Wertverlust des Rupies stellt einen enormen Druck auf die Gewinnspanne und Profitabilität dar und zwingt Unternehmen, die Preise auf den heimischen Märkten zu erhöhen, obwohl diese jetzt schon geschwächt sind.

“Wir spüren die Auswirkungen der Wertminderung sehr, da die Kosten unserer Importe enorm gestiegen sind. Durch die Verlangsamung der Automobilindustrie hat die Erhöhung der Preise einen negativen Einfluss auf den Umsatz. Dadurch müssen wir diese Situation sorgfältig analysieren, um die Auswirkungen abschätzen zu können”, sagte Jnaneswar Sen, Senior-Vizepräsident (Marketing und Vertrieb) von Honda Cars India.

Allerdings zahlen viele Unternehmen in Indien für die Importe in Fremdwährung. Ebenso können ausländische Währungen für die Rückzahlung von Krediten verwendet werden. Der Sturz des Rupies verteuert die Importe und dadurch sind Unternehmen gezwungen, mehr Zinsen für ihre Kredite zu zahlen. Dies könnte sich negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit der indischen Hersteller auf dem globalen Markt auswirken.

Politiker sind allerdings zuversichtlich, dass diese Krise bald überwunden sein wird. Laut FT.com gab der Premierminister Manmohan Singh letzte Woche an, dass es Hoffnung für Indien gäbe und die Währung wieder auf dem Weg der Besserung sei.

Im Parlament äußerte er sich optimistisch zu der jetzigen Situation: Er glaube, dass der rasche Wertverlust die Exporte in Indien nun steigen lässt und sich dadurch die Leistungsbilanz erhöhe, was letztendlich zur Stärkung der Währung beitrage.