11.06. 2013

Kann uns maschinelle Übersetzung dabei helfen, Tiere zu verstehen?

Seit langem wird von Wissenschaftlern angenommen, dass Menschen nicht die einzigen Tiere sind, die miteinander kommunizieren können. Die Tierkommunikationsforschung, auch Zoosemiotik genannt, spielt eine wichtige Rolle in der Ethologie, Soziobiologie und der tierischen Kognitionsforschung.

Zoosemiotik ist ein schnell wachsendes Fachgebiet. Viele unserer Vorkenntnisse über Tieremotionen und -kultur, Lern – und sogar das Sexualverhalten von Tieren, haben sich in den letzten Jahren revolutioniert.

Delfine sind von allen lebenden Kreaturen diejenigen, die am ausführlichsten kommunizieren. Forscher aus den USA und Großbritannien ist ein bedeutender Durchbruch zum Verständnis der “Delfinensprache” gelungen. Jack Kassewitz von SpeakDolphin.com behauptet, dass er mit Delfinen “gesprochen” hat, indem er ihre Klangbilder verwendet hat. Angeblich haben Delfine in zwei getrennten Forschungszentren seine “Worte” verstanden und somit wurde die Schlussfolgerung gezogen, dass Delfine eine universelle “sono-bildhafte” Sprache der Kommunikation benutzen.

Delfine sind jedoch nicht die einzigen Lebewesen, die eine ausgeprägte Kommunikation aufweisen. Eine aktuelle wissenschaftliche Studie über nordamerikanische Präriehunde von Dr. Con Slobodchikoff, emeritierter Professor im Fachbereich Biologie an der Northern Arizon University, bewies, dass Präriehunde und Menschen wichtige Gemeinsamkeiten haben. Abgesehen von ihren komplexen sozialen Strukturen und ihren Gewohnheiten stehen Präriehunde wie Menschen auf zwei Beinen. Es stellte sich heraus, dass Präriehunde tatsächlich eine der modernsten Formen der vokalen menschenähnlichen Kommunikation in der natürlichen Welt haben.

Nach mehr als 25 Jahre langer Forschung gelang es einem Wissenschaftler die Rufe der Präriehunde zu entschlüsseln. Die Ergebnisse zeigten, dass die Präriehunde nicht nur äußerst effektive Kommunikatoren sind, sondern auch genauestens auf Details achten.

Laut Dr. Slobodchikoff ist das Vogelzwitschern mit wortähnlichen Informationen zu vergleichen, die dem Rest der Kolonie mitgeteilt werden. Diese einzigartigen Klänge dienen zum einen als Warnsignal vor spezifischen Arten, wie beispielsweise dem Falken und Kojoten, und zum anderen werden durch das Zwitschern Informationen über die Feinde mitgeteilt, wie zum Beispiel das Aussehen.

Des Weiteren erklärte Dr. Slobodchikoff, dass “wenn die Hunde über einen Menschen sprechen, das nicht immer schmeichelhaft ist. Wenn ein Alarmruf über einen Menschen gesendet wird, enthält dieser nicht nur Informationen, dass der Eindringling ein Mensch ist, sondern auch Informationen über die Größe, Form (dünn oder dick) und Farbe der Kleidung”.

„Bei Experimenten in eine Präriehunde-Kolonie mit einer Person, die jedes Mal ein verschiedenfarbiges T-Shirts trug, sind die Alarmrufe der Hunde über die Größe und Form gleich geblieben, aber unterschieden sich in der Beschreibung der Farbe.”

In der Hoffnung, dass wir unsere tierischen Freunde besser verstehen, hat Google eine Google Übersetzer Android-App für Tiere herausgebracht. Der Google Übersetzer für Tiere erkennt und überträgt Wörter und Phrasen, die häufig bei einer Spezies vorkommen, wie beispielsweise bei Katzen.

Um die Entwicklung der Übersetzungs-App von Tiersprachen zu ermöglichen, arbeitete Google eng mit einigen der weltbesten Sprachsynthese-Teams und mit führenden Unternehmen im Bereich der tierischen kognitiven Linguistik zusammen, einschließlich Senior Fellows von der Bodleian Library in Oxford.

Google erklärte, dass sie schon immer ein “tierfreundliches Unternehmen” waren und “hoffen, dass der Google Übersetzer für Tiere eine stärkere Interaktion und Verständigung zwischen Mensch und Tier fördert”.

Erleben Sie Google Übersetzer für Tiere in Aktion: