27.10. 2012

Autor verzichtet freiwillig auf Urheberrechte

Der US-Amerikaner Peter Mountford, Autor des Buches „A Young Man’s Guide to Late Capitalism”, erfuhr über einen Google Alert, dass genau dieses Buch, sein Erstlingswerk, illegalerweise im Auftrag eines eBook-Verlags ins Russische übersetzt werden sollte. Anstatt über dieses Verhalten erzürnt zu sein, begann er eine Zusammenarbeit mit dem russischen Übersetzer und half ihm, schwierige Begriffe und Ansichten zu verstehen. Desweiteren erklärte er ihm die Feinheiten seines Werkes sowie seine Wortwahl.

In einem Interview mit der US-amerikanischen Journalistin Audie Cornish erklärte Mountford, dass ein vermeintlicher Leser, der sich später als der Übersetzer entpuppte, anfänglich in einem Internetforum sehr daran interessiert war, jeden einzelnen Satz zu verstehen. Mountford bemerkte aber nicht, dass der Unbekannte ein Übersetzer war, bis dieser es im Forum zugab. Mountford, der sich im Forum nicht als Autor des Buches zu erkennen geben wollte, kontaktierte den russischen Übersetzer – hauptberuflich eigentlich Biologe – und bot ihm seine Hilfe an. Der Autor bemerkte, wie erfreut er sei, „dass sein Buch Anklang findet. Der Erfolg eines Autors hängt letztlich von seinen Lesern ab. Ich bin sehr glücklich, dass es Leute gibt, die mein Buch lesen – sogar, wenn ich dafür kein Geld bekomme.”